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Norman Hoppenheit

Konzept: Dreesch

Es war das Jahr 1990. Die Grenzöffnung lag hinter uns und meine Eltern machten sich mit mir und meiner Schwester auf in den Westen. Es ging nach Kiel. Ich bin 1984 geboren und alles, was ich vom Osten erinnerte, waren die schönen Sommer in der Plattenbausiedlung in Schwerin. Ich kannte so viele Kinder und die Siedlung war ein großer Spielplatz. Überall waren Menschen. Mir hat es gefallen.

Den Rest meiner Jugend habe ich in einem kleinen Vorort von Kiel verbracht. Hier war erstmal alles anders und in der Schule wurde ich „Ossi“ genannt. Heute kann ich darüber lachen, wenn ich so genannt werde. Die Siedlung habe ich seitdem nur bei Besuchen der Verwandtschaft gesehen.

Von Mal zu Mal wurde die Siedlung immer grauer und zerfiel. Wo früher jede Wohnung besetzt war, standen nun mehr und mehr Wohnungen leer. Irgendwann ist auch meine Verwandtschaft aufs Land gezogen und damit wurde der Dreesch zu einer Erinnerung. Das Fotoprojekt Dreesch (2016-2017) ist eine persönliche Reise in die Vergangenheit und eine Dokumentation über den Zustand und die Entwicklung der Menschen und solcher ehemaligen Vorzeigeprojekte.

Werdegang

  • 2,5 Jahre Bildredaktion DIE ZEIT
  • Freier Fotograf für diverse Magazine und Zeitungen

Auszeichnungen

  • Streetphotography Award Hamburg