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Christina Stohn

* 1977 in Offenburg, lebt und arbeitet in Freiburg im Breisgau

Schwarz Weiß Portrait von Christina Stohn. Kurze dunkle Haare, dunkler Pullover und eine Kette. Ihre rechte Hand stützt ihr Kinn während sie in die Kamera blickt.
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Nach einer Ausbildung zur Werbefotografin studierte Christina Stohn Fotografie an der University of Westminster in London (BA, 2014) und Integriertes Design an der Hochschule für Künste Bremen (MA, 2018). Im Zentrum ihrer Arbeiten steht die Frage, wie Werte und Rituale die kollektive Identität in städtischen sowie ländlichen Räumen prägen.

Sie erhielt zahlreiche Stipendien, u. a. vom Goethe-Institut Litauen und MWK Baden-Württemberg. Ihre Werke werden international in Ausstellungen gezeigt, als Bücher veröffentlicht und sind mehrfach für Shortlists nominiert worden. 2019 gewann sie den 2. Platz bei den Sony World Photography Awards. Christina Stohn wurde zweimal als Gastprofessorin an die Indiana University in Bloomington, USA eingeladen.

Der Hof in ihren Händen

Was bedeutet Zuhause, wenn Wohn- und Arbeitsort identisch sind? Auf familiengeführten landwirtschaftlichen Betrieben bildet der Hof Lebensmittelpunkt mehrerer Generationen, wodurch eine enge Ortsbindung entsteht.

Die Hofübergabe in Deutschland erfolgte nach patriarchalen Erbmustern. Trotz der steigenden Zahl von Nachfolgerinnen bestimmen traditionelle Rollenbilder weiterhin die Realität, denn 35 % der Arbeitskräfte in der Landwirtschaft sind Frauen, nur 11 % davon sind in Führungspositionen.

Ackerbau, Tierhaltung und Maschinenführung sind körperlich fordernd; Bürokratie, Administration und Vermarktung prägen den Alltag. Die Verantwortung für Betrieb und familiäre Fürsorge führt bei Landwirtinnen häufig zu einer Doppelbelastung. Dabei sichern sie nicht nur die Kontinuität ihres Hofes, sondern auch unsere Ernährung und die wirtschaftliche sowie soziale Zukunft ländlicher Räume. Ihre Leistungen bleiben dennoch oft unsichtbar.