Vonovia Award für Fotografie

Vonovia Award für Fotografie Linsen
Shortlist Beste Fotoserie

Nina Röder

Innerhalb eines Jahres sind meine Großeltern Franz und Theresia Protschka gestorben. Beide waren um die 90 Jahre alt. Nach Ende des 2.Weltkrieges wurden die Beiden aus dem ehemaligen Böhmen vertrieben. Als sudetendeutsche Flüchtlinge und Teil der Kriegsgeneration, haben die Beiden ihr Leben lang Alles aufgehoben und fast Nichts weggeworfen. Ihr Haus im fränkischen Windsbach, in welchem sie nach ihrer Flucht über ein halbes Jahrhundert lebten, fungierte für unsere Familie als Mittelpunkt.
Nach dem Tod meiner Großeltern im letzten Jahr haben meine Mutter Dagmar, meine Cousine Laura und ich das Haus ausgeräumt, bevor es verkauft werden musste. Diese Serie entstand während des Prozesses, Gegenstände nach Erinnerungswert zu sortieren und zu entscheiden, ob man sie behält oder spendet oder wegwirft.
Diese Arbeit untersucht auf der einen Seite eine ästhetische Pluralität an gesammelten Objekten meiner Großeltern. Auf der anderen Seite zeigt sie mit dem Stilmittel der Absurdität eine mögliche Herangehensweise mit Verlust, Trauer und Erinnerung umzugehen.
Der Titel der Serie ist ein Zitat meines 9-jährigen Neffen Luis. Während er mir beim Fotografieren assistierte, sagte er diesen poetischen und zugleich traurigen Satz. Das Haus wurde im Dezember 2017 verkauft.

Werdegang

  • Seit 2013 Promovendin im practice based Ph.D.- Studiengang Kunst & Design an der Bauhaus-Universität Weimar
  • 2012 - 2017 künstlerische Mitarbeiterin für Fotografie an der Bauhaus-Universität Weimar
  • Seit 2009 fotografische Künstlerin

Auszeichnungen
  • Voices Off Award - Selected Photographer 2018 & 2017
  • Lens Culture Exposure Award 2017
  • Honorable Mention Marianne Brandt Wettbewerb 2013
  • Honorable Mention 10.Aenne Biermann Preis 2013